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Unfiltrierte griechische Weine bewahren einen Teil ihrer natürlichen Hefen und Schwebstoffe bis zur Abfüllung. Dadurch können sie dichter, griffiger und texturierter wirken, ohne zwangsläufig trüb zu sein. Entscheidend ist die präzise Kellerarbeit, denn erst sie verbindet natürliche Ausdruckskraft mit Klarheit und Balance.
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Unfiltrierte griechische Weine: Was im Wein erhalten bleibt
Unfiltrierte Weine werden vor der Abfüllung nur behutsam oder überhaupt nicht gefiltert. Feine Hefen und natürliche Schwebstoffe können dadurch im Wein verbleiben und sein Mundgefühl beeinflussen. Im Glas zeigt sich dieser Stil häufig durch mehr Griff, eine dichtere Textur und gelegentlich eine leichte Trübung.
Was bedeutet „unfiltriert“ beim Wein?
Nach der Gärung ist Wein von Natur aus nicht vollkommen klar. Er enthält feine Hefezellen, Eiweißverbindungen, Farbstoffe und weitere Bestandteile aus den Trauben. Ein Teil davon setzt sich während der Reifung von selbst am Boden des Tanks oder Fasses ab.
Viele Weingüter filtrieren den Wein vor der Abfüllung, um verbliebene Partikel zu entfernen und eine möglichst klare sowie stabile Abfüllung zu erreichen. Bei einem unfiltrierten Wein entfällt diese feine Filtration. Teilweise wird lediglich ein grober Filter verwendet, der größere Bestandteile zurückhält.
Auch ein unfiltrierter Wein kann optisch klar erscheinen. Wurde er ausreichend lange gelagert und vorsichtig vom natürlichen Trub getrennt, bleibt häufig nur eine geringe Menge feiner Schwebstoffe zurück.
Warum verzichten Winzer auf eine feine Filtration?
Eine zurückhaltende Filtration gehört zu den Möglichkeiten, den Charakter einer Partie möglichst vollständig in die Flasche zu bringen. Feine Hefebestandteile, Farbstoffe und Gerbstoffverbindungen können das Mundgefühl und die Entwicklung des Weins mitprägen.
Dieser Ansatz wird häufig bei kleinen Chargen, längerer Hefereife, maischevergorenen Weißweinen oder besonders strukturierten Rotweinen gewählt. Der Winzer entscheidet dabei individuell, wie stark der Wein geklärt werden soll und welche Bestandteile erhalten bleiben dürfen.
Der Verzicht auf Filtration ist jedoch kein allgemeines Qualitätssiegel. Ein überzeugender unfiltrierter Wein verlangt gesundes Lesegut, eine sorgfältig geführte Gärung und eine stabile Abfüllung. Qualität zeigt sich an aromatischer Klarheit, ausgewogener Struktur und einem präzisen Mundgefühl.
Wie schmeckt unfiltrierter Wein?
Die fehlende Filtration erzeugt keine eigenen Aromen. Frucht, Kräuter, Blüten, Gewürze oder rauchig wirkende Nuancen entstehen durch Rebsorte, Herkunft, Gärung und Ausbau.
Unfiltrierte Weine können jedoch dichter oder griffiger erscheinen. Bei Weißwein tragen feine Hefebestandteile mitunter zu einer geschmeidigeren oder leicht cremigen Textur bei. Bei Rotwein können mehr Farb- und Gerbstoffverbindungen erhalten bleiben, die dem Wein zusätzlichen Griff verleihen und sich später als Depot absetzen.
Eine leichte Trübung verändert zunächst das Erscheinungsbild. Sie sagt allein wenig über Geschmack oder Qualität aus. Entscheidend bleibt, ob der Wein sauber, ausgewogen und in sich stimmig wirkt.
Unfiltrierte griechische Weißweine
Bei griechischen Weißweinen kann eine unfiltrierte Abfüllung sehr unterschiedliche Stilbilder begleiten. Assyrtiko besitzt häufig eine feste Säurestruktur und einen trockenen, griffigen Nachhall. Malagousia wird stärker von Steinfrucht, Blüten und Kräutern geprägt, während Roditis und Savatiano häufig eine zurückhaltendere Frucht mit kräuterwürzigen Nuancen zeigen.
Bleiben diese Weine längere Zeit auf der Feinhefe, kann sich ihr Mundgefühl verdichten. Der Wein wirkt dann mitunter breiter, geschmeidiger oder leicht cremig. Diese Textur entsteht vor allem durch die Hefereife; die fehlende Filtration sorgt dafür, dass ein Teil dieser feinen Bestandteile in der Flasche erhalten bleibt.
Bei aromatischen Rebsorten ist eine besonders präzise Kellerarbeit erforderlich. Die Frucht und die sortentypischen Aromen sollten klar erkennbar bleiben und nicht von grobem Trub oder dominanten Hefenoten überlagert werden.
Unfiltrierter Wein mit Schalenkontakt
Manche weißen Trauben vergären für mehrere Tage, Wochen oder Monate gemeinsam mit ihren Beerenschalen. Dadurch gelangen Farbstoffe, Gerbstoffe und zusätzliche Aromen in den Wein. Es entstehen kräftiger gefärbte Weißweine, die häufig als Orange Wine bezeichnet werden.
Solche Weine können an Orangenschale, Tee, getrocknete Früchte, Kräuter oder Gewürze erinnern. Am Gaumen zeigen sie mehr Griff als klassisch gekelterter Weißwein. Werden sie zusätzlich unfiltriert abgefüllt, kann ihre Textur besonders deutlich hervortreten.
Orange Wine und unfiltrierter Wein bezeichnen jedoch zwei unterschiedliche Aspekte. Ein Orange Wine kann filtriert werden. Ebenso kann ein klassisch gekelterter Weißwein ohne Schalenkontakt unfiltriert in die Flasche gelangen.
Unfiltrierte griechische Rotweine
Bei Rotwein gehören natürliche Ablagerungen zum Reifeprozess. Farbstoffe und Tannine verbinden sich im Laufe der Zeit und sammeln sich als Depot am Flaschenboden. Bei unfiltrierten Rotweinen kann dieses Depot deutlicher ausfallen.
Strukturreiche Rebsorten wie Xinomavro können nach längerer Flaschenreife erhebliche Ablagerungen entwickeln. Auch konzentrierte Agiorgitiko- oder Mavrotragano-Weine können feine Farb- und Gerbstoffpartikel bilden.
Das Depot ist grundsätzlich harmlos. Da es am Gaumen körnig oder bitter wirken kann, sollte die Flasche vor dem Öffnen einige Stunden aufrecht stehen. Anschließend lässt sich der Wein langsam einschenken oder vorsichtig dekantieren.