„Weißwein wird bei einer Weinverkostung in zwei Gläser eingeschenkt“

Griechischer Wein

Griechischer Wein wird von autochthonen Rebsorten, regionalen Herkunftsgebieten und präziser Arbeit im Weinberg geprägt. Vulkanische Inselböden, kühle Höhenlagen und mediterrane Klimazonen schaffen unterschiedliche Bedingungen für Reife, Säure und Aromatik. Daraus entstehen Weine mit klar erkennbarem regionalem Charakter.

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Angezeigt 10 von 70 Produkten

Ktima Gerovassiliou | Evangelo 2020

€46,90
Regulärer Preis €46,90
Stückpreis€62,53l

    Kir-Yianni | Ramnista Xinomavro Single Vineyard 2019

    €24,90
    Regulärer Preis €24,90
    Stückpreis€33,20l

      Kir-Yianni | Ramnista Xinomavro Single Vineyard 2016

      €24,90
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        Mega Spileo Estate | Orange Wine Natural 2017

        €34,90
        Regulärer Preis €34,90
        Stückpreis€46,53l

          Ktima Alpha Estate |  Xinomavro Reserve „Barba Yannis“ 2020

          €28,90
          Regulärer Preis €28,90
          Stückpreis€38,53l

            Kechris Winery | Tear of the Pine LN21

            €19,90
            Regulärer Preis €19,90
            Stückpreis€26,53l

              Ktima Gerovassiliou | Avaton 2021

              €29,90
              Regulärer Preis €29,90
              Stückpreis€39,87l

                Domaine Costa Lazaridi | Single Vineyard Rosé 2025

                €20,90
                Regulärer Preis €20,90
                Stückpreis€27,87l

                  Zacharias Winery | Nemea 2021

                  €13,90
                  Regulärer Preis €13,90
                  Stückpreis€18,53l

                    Ktima Biblia Chora | Ovilos Rotwein 2020

                    €49,90
                    Regulärer Preis €49,90
                    Stückpreis€66,53l

                      Griechischer Wein: Herkunft, Rebsorten und die neue Eigenständigkeit

                      Griechischer Wein lässt sich heute nicht mehr auf die überholten Vorstellungen früherer Jahrzehnte reduzieren. Das Land verfügt über eine der vielfältigsten Rebsortenlandschaften Europas und über Weinregionen, deren klimatische Bedingungen sich deutlich voneinander unterscheiden. Vulkanische Inselböden, windgeprägte Küstenlagen und kühle Hochplateaus schaffen die Grundlage für Weine mit klar erkennbarer Herkunft.

                      Die qualitative Entwicklung des griechischen Weinbaus beruht dabei weder auf der Nachahmung internationaler Vorbilder noch auf einer nostalgischen Rückkehr zur Antike. Entscheidend sind die erneute Auseinandersetzung mit autochthonen Rebsorten, präzisere Arbeit im Weinberg und ein differenzierterer Umgang mit Ausbau, Reife und Herkunft.

                      „Weinverkostung mit Rot- und Weißweinen im Freien bei Sonnenuntergang“

                      Eigenständigkeit statt stilistischer Anpassung

                      Griechenland verfügt über mehr als 300 einheimische Rebsorten. Nur ein Teil davon wird derzeit in größerem Umfang kultiviert, doch bereits diese Auswahl eröffnet eine bemerkenswerte stilistische Bandbreite.

                      Die Herkunft eines griechischen Weines zeigt sich nicht durch ein einzelnes Merkmal. Säure, Frucht, Tannin, Textur und Reifepotenzial entstehen aus dem Zusammenspiel von Rebsorte, Standort, Klima, Ertrag, Lesezeitpunkt und Vinifikation.

                      Auch das griechische Klima ist keineswegs einheitlich. Während auf den Inseln Trockenheit, intensive Sonneneinstrahlung und maritime Winde prägend sind, sorgen in Nordgriechenland Höhenlagen, Seen und kühlere Nächte für eine langsamere Reifeentwicklung. Auf dem Peloponnes wiederum führen große Höhenunterschiede innerhalb einzelner Herkunftsgebiete zu deutlich voneinander abweichenden Weinstilen.

                      Diese Vielfalt ist der eigentliche Kern des modernen griechischen Weins: nicht Gleichförmigkeit, sondern Herkunft mit eigener Kontur.

                      „Weitläufige Weinberge in einem grünen Tal vor einer bergigen Landschaft“

                      Xinomavro: Tannin, Säure und langsame Entwicklung

                      Xinomavro ist eine der wichtigsten roten Rebsorten Nordgriechenlands. Sie bildet die Grundlage der geschützten Herkunft Naoussa und spielt ebenso in Amyndeon, Goumenissa und Rapsani eine zentrale Rolle.

                      Charakteristisch sind eine ausgeprägte Säure, ein festes Tanningerüst und eine vergleichsweise helle Farbe. Das aromatische Spektrum kann von Sauerkirsche, roter Johannisbeere und getrockneter Pflaume bis zu Tomate, Olive, Tabak, Kräutern und erdigen Nuancen reichen.

                      Junge Xinomavro-Weine wirken mitunter streng oder verschlossen. Bei geeigneter Herkunft und sorgfältigem Ausbau besitzen sie jedoch die Fähigkeit, sich über viele Jahre zu entwickeln. Tannin und Säure treten mit zunehmender Reife stärker in den Hintergrund, während sich die aromatische Vielschichtigkeit erweitert.

                      Aufgrund dieser Struktur wird Xinomavro häufig mit Nebbiolo verglichen. Die Gemeinsamkeiten liegen vor allem in der präsenten Säure, dem markanten Tannin und der langsamen Entwicklung. Xinomavro ist dennoch keine griechische Kopie piemontesischer Weine, sondern eine eigenständige Rebsorte mit einem unverwechselbaren aromatischen Profil.

                      Malagousia: Die Rückkehr einer fast vergessenen Rebsorte

                      Malagousia steht beispielhaft für die Wiederentdeckung des autochthonen Rebsortenschatzes Griechenlands. Die Sorte war lange nur noch in kleinen Beständen vorhanden, bevor ihr Potenzial im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts neu erkannt wurde.

                      Vangelis Gerovassiliou spielte eine entscheidende Rolle bei ihrer Wiederbelebung und Vinifikation. Heute wird Malagousia in mehreren griechischen Regionen kultiviert und gehört zu den prägenden aromatischen Weißweinsorten des Landes.

                      Die Weine zeigen häufig Noten von Pfirsich, Aprikose, Zitrusfrüchten, weißen Blüten und mediterranen Kräutern. Je nach Standort, Lesezeitpunkt und Ausbau können sie leicht und duftig oder stoffiger und strukturierter ausfallen.

                      Gerade diese Verbindung aus aromatischer Offenheit und texturaler Substanz macht Malagousia für viele Weintrinker zu einem geeigneten Einstieg in die Welt autochthoner griechischer Rebsorten.

                      Agiorgitiko: Die stilistische Vielfalt von Nemea

                      Agiorgitiko ist eng mit Nemea auf dem Peloponnes verbunden. Die geschützte Herkunft erstreckt sich über unterschiedliche Höhenlagen, Bodenarten und Ausrichtungen. Dadurch lässt sich die Rebsorte nicht auf einen einzigen Stil reduzieren.

                      In tieferen und wärmeren Lagen entstehen häufig fruchtbetonte, weichere Weine mit Aromen von Kirsche, Pflaume und süßen Gewürzen. Höher gelegene Weinberge können eine langsamere Reifeentwicklung begünstigen und Weine mit größerer Frische, festerer Struktur und ausgeprägterem Reifepotenzial hervorbringen.

                      Agiorgitiko kann jung und zugänglich ausgebaut werden, eignet sich aber ebenso für konzentriertere Rotweine mit längerem Fass- und Flaschenausbau. Auch die Verbindung mit internationalen Rebsorten ist Teil der modernen griechischen Weingeschichte.

                      Der „Megas Oenos“ von Domaine Skouras ist ein prägendes Beispiel. Die Verbindung aus Agiorgitiko und Cabernet Sauvignon wurde erstmals 1986 veröffentlicht und zeigt, dass die Entwicklung des griechischen Qualitätsweinbaus nicht ausschließlich auf sortenreinen Weinen beruht.

                      Vidiano und Moschofilero: Weitere Facetten des weißen Griechenlands

                      Neben Assyrtiko und Malagousia gewinnen weitere weiße Rebsorten zunehmend an Aufmerksamkeit.

                      Vidiano stammt aus Kreta und steht eher für Textur als für vordergründige Aromatik. Typisch sind Steinfrüchte, florale Anklänge, gelegentlich mediterrane Kräuter sowie eine breite, cremige Struktur, die durch ausreichende Säure in Balance gehalten wird. Die Sorte befindet sich weinbaulich noch immer in einer Phase intensiver Erprobung, besitzt aber ein deutlich erkennbares Qualitätspotenzial.

                      Moschofilero ist vor allem mit dem hoch gelegenen Mantinia verbunden. Die spätreifende, rosafarbene Rebsorte ergibt helle Weine mit floraler und zitrischer Aromatik, lebendiger Säure und vergleichsweise schlanker Struktur. Ihre duftige Art darf nicht mit Süße verwechselt werden: Viele hochwertige Moschofilero-Weine werden trocken und ausgesprochen frisch ausgebaut.

                      Beide Sorten zeigen, dass die Zukunft des griechischen Weißweins nicht allein von einer einzigen Rebsorte bestimmt wird.

                      Santorini: Weinbau unter außergewöhnlichen Bedingungen

                      Santorini zählt zu den eigenständigsten Weinlandschaften Griechenlands. Vulkanisch geprägte, sandige Böden, geringe Niederschläge und starke Winde stellen hohe Anforderungen an den Weinbau.

                      Die Reben werden traditionell in der sogenannten Kouloura erzogen. Dabei werden die Triebe zu einer niedrigen, korbförmigen Struktur verflochten. Diese Form schützt Trauben und Triebe vor Wind und aufgewirbeltem Sand.

                      Ein großer Teil der historischen Rebanlagen ist wurzelecht. Das bedeutet, dass die Reben nicht auf amerikanische Unterlagsreben gepfropft wurden. Das hohe Alter vieler Anlagen und die niedrigen Erträge können zur Konzentration und strukturellen Tiefe der Weine beitragen.

                      Assyrtiko bildet die Grundlage der trockenen Weißweine der geschützten Herkunft Santorini. Erzeuger wie Santo Wines zeigen dabei unterschiedliche Interpretationen: von geradlinigen, jugendlich frischen Weinen bis zu länger gereiften Ausführungen mit größerer Textur und aromatischer Tiefe.

                      Naoussa und Amyndeon: Zwei Ausprägungen des Xinomavro

                      Naoussa und Amyndeon gehören zu den wichtigsten Herkunftsgebieten des Xinomavro. Obwohl beide Regionen in Nordgriechenland liegen, unterscheiden sich ihre Bedingungen und damit auch die Stilistik ihrer Weine.

                      Naoussa erstreckt sich an den Hängen des Vermio-Gebirges. Die Weine zeigen häufig eine ausgeprägte Tanninstruktur, kräuterige und erdige Nuancen sowie ein hohes Entwicklungspotenzial. Innerhalb der Region sorgen Unterschiede bei Höhe, Ausrichtung und Boden für verschiedene Ausprägungen.

                      Amyndeon liegt auf einem deutlich höher gelegenen Plateau und wird durch ein vergleichsweise kühles Klima sowie die umliegenden Seen geprägt. Xinomavro kann hier heller, frischer und feingliedriger erscheinen. Neben Rotweinen besitzt die Region eine lange Tradition bei Rosé- und Schaumweinen.

                      Kir-Yianni arbeitet in beiden Herkunftsgebieten und zeigt, wie unterschiedlich Xinomavro interpretiert werden kann. Alpha Estate prägt wiederum mit seinen hoch gelegenen Weinbergen wesentlich das heutige Bild von Amyndeon.

                      Nemea und Mantinia: Gegensätze auf dem Peloponnes

                      Der Peloponnes vereint sehr unterschiedliche Weinlandschaften.

                      Nemea ist das wichtigste Herkunftsgebiet des Agiorgitiko. Die großen Höhenunterschiede innerhalb der Region führen zu einer Bandbreite, die von fruchtbetonten, geschmeidigen Rotweinen bis zu strukturierten, länger gereiften Ausführungen reicht.

                      Mantinia liegt deutlich höher und ist vor allem für Moschofilero bekannt. Die kühleren Bedingungen fördern eine langsame Reife und den Erhalt der natürlichen Säure. Weingüter wie Tselepos haben entscheidend dazu beigetragen, das Potenzial der Region und ihrer wichtigsten Rebsorte sichtbar zu machen.

                      Domaine Skouras wiederum steht für eine Verbindung aus regionaler Tradition und differenziertem Ausbau. Neben Agiorgitiko spielen dort bewusst auch internationale Rebsorten eine Rolle. Diese Arbeit zeigt, dass Herkunft nicht durch den Ausschluss fremder Sorten entsteht, sondern durch einen nachvollziehbaren Umgang mit Standort, Rebsorte und Ausbau.

                      Makedonien und Attika: Historische Sorten in einer zeitgemäßen Stilistik

                      In Makedonien treffen unterschiedliche Höhenlagen, kontinentale Einflüsse und die Nähe zur Ägäis aufeinander. Ktima Gerovassiliou in Epanomi gehört zu den prägenden Betrieben der Region und ist untrennbar mit der Wiederentdeckung der Malagousia verbunden.

                      Weiter östlich zeigen Erzeuger aus Drama, darunter Costa Lazaridi und Oenops, wie vielfältig die Region interpretiert werden kann. Autochthone und internationale Rebsorten stehen dort nicht zwangsläufig in Konkurrenz, sondern werden abhängig von Standort und angestrebtem Stil eingesetzt.

                      Attika besitzt mit Savatiano eine der historisch wichtigsten weißen Rebsorten Griechenlands. Domaine Papagiannakos zeigt, dass aus alten Savatiano-Anlagen präzise und strukturierte Weine entstehen können. Auch moderner Retsina wird hier nicht als folkloristisches Relikt verstanden, sondern als eigenständiger Weinstil mit kontrollierter Harzaromatik.

                      Internationale Auszeichnungen als Ergebnis, nicht als Selbstzweck

                      Die gewachsene internationale Wahrnehmung griechischer Weine lässt sich an konkreten Einzelergebnissen nachvollziehen. Solche Bewertungen ersetzen keine eigene Verkostung, sie zeigen jedoch, dass Weine aus griechischen Rebsorten heute in anspruchsvollen internationalen Vergleichsverkostungen bestehen.

                      Der „Single Vineyard Malagousia 2024“ von Ktima Gerovassiliou erhielt bei den Decanter World Wine Awards 2025 97 Punkte und die Auszeichnung „Best in Show“. Damit gehörte er zu den 50 höchstbewerteten Weinen des Wettbewerbs.

                      Im Juni 2026 wurde der „Diaporos 2020“ von Kir-Yianni beim Concours Mondial de Bruxelles mit einer Großen Goldmedaille und der Auszeichnung „Revelation Greece“ als besonders hervorgehobener griechischer Wein des Wettbewerbs gewürdigt.