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Xinomavro zählt zu den wenigen autochthonen Rebsorten Griechenlands, deren Charakter sich nur im Zusammenspiel von Herkunft, Reifeverlauf und präziser Arbeit im Weinberg erschließt. Sie ist keine Sorte der schnellen Wirkung. Ihre Qualität entsteht dort, wo langsame physiologische Reife, kühle Nächte und strukturgebende Böden zusammenkommen. Entsprechend stark ist Xinomavro terroirgeprägt – und entsprechend differenziert fällt ihr Ausdruck je nach Region aus.
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Terroir & Regionen – prägende Unterschiede
Naoussa (PDO)
Naoussa gilt zu Recht als Referenzgebiet der Sorte. Die Weinberge liegen überwiegend an den Ost- und Nordhängen des Vermio-Gebirges auf kalk- und sandhaltigen Lehmböden. Das kontinentale Klima mit ausgeprägten Tag-Nacht-Unterschieden verzögert die Reife und bewahrt die Säure. Die besten Weine aus Naoussa sind strukturiert, tanninbetont und auf Entwicklung angelegt. In der Jugend oft zurückhaltend, gewinnen sie mit Flaschenreife an Tiefe und aromatischer Präzision.
Amyntaio (PDO)
Amyntaio zeigt eine kühlere, elegantere Ausprägung von Xinomavro. Höhenlagen bis rund 700 Meter, kalte Nächte und ein langer Vegetationszyklus prägen den Stil. Die Rotweine wirken heller extrahiert, die Säure tritt klarer in den Vordergrund. Neben Rotwein spielen hier auch Rosé- und Schaumwein eine ernstzunehmende Rolle – getragen von der natürlichen Frische der Sorte.
Goumenissa (PDO)
Goumenissa ist klimatisch etwas wärmer. Xinomavro wird hier häufig mit lokalen Sorten kombiniert, um Frucht und Volumen zu ergänzen. Die Weine zeigen mehr Rundung und Zugänglichkeit, ohne den sortentypischen Rahmen zu verlassen. Säure und Würze bleiben bestimmend, die Textur wirkt weicher als in Naoussa oder Amyntaio.
Weitere Anbaugebiete
Auch Regionen wie Rapsani oder Siatista liefern eigenständige Interpretationen. Gemeinsam ist erfolgreichen Lagen:
•ausreichende Höhenlage
•kalk- oder steinreiche Böden mit guter Drainage
•eine bewusst spät angesetzte, selektive Lese
Xinomavro erreicht dort Qualität, wo Reife zugelassen, nicht beschleunigt wird.
Stilistik & sensorisches Profil
Xinomavro ist strukturell definiert. Ihre Weine sind weniger über Farbe oder Primärfrucht zugänglich, sondern über Textur und Spannung.
Typische Merkmale
•ausgeprägte, tragende Säure
•markantes, teils kantiges Tannin
•mittlere Farbintensität
Aromatisch dominieren
•rote Kirsche, Himbeere, Preiselbeere
•getrocknete Kräuter, Tomatenblatt, Olive
•mit Reife: Tabak, Leder, Unterholz
Je nach Ausbau und Herkunft reicht das Spektrum von straff und fordernd bis differenziert und ausgewogen. Rosés aus Xinomavro sind meist trocken, strukturiert und deutlich gastronomisch geprägt. Schaumweine nutzen die hohe Säure und bleiben bewusst zurückhaltend in der Aromatik.
Historischer Kontext & qualitative Entwicklung
Der moderne Stellenwert von Xinomavro ist eng mit der Anerkennung von Naoussa als PDO im Jahr 1971 verbunden. Erstmals wurde eine griechische Region klar über eine einzelne Rebsorte definiert. Seit den 1990er-Jahren hat eine neue Generation von Winzern die Stilistik weiter präzisiert – mit Fokus auf:
•Ertragsreduktion
•parzellenbezogene Lese
•differenzierten Ausbauformen jenseits schematischen Holzeinsatzes
Xinomavro entwickelte sich so von einer regionalen Spezialität zu einer Sorte mit internationaler Relevanz im Fachhandel und in der Gastronomie.
Ertrag, Lese & Anspruch
Die weltweite Anbaufläche liegt bei rund 2.000–2.300 Hektar, nahezu ausschließlich in Griechenland. Für hochwertige Qualitäten gelten:
•ca. 30–35 hl/ha als Richtwert
•in Spitzenlagen deutlich weniger
Die späte Reife macht präzise Leseentscheidungen zwingend. Zu frühe Lese resultiert in unreifem Tannin, zu spätes Lesen birgt Risiken durch Herbstniederschläge. In dieser Hinsicht verlangt Xinomavro ähnliche Aufmerksamkeit wie Nebbiolo.